Erinnern Sie sich noch daran, wie viele Freunde Sie in Ihrer Kindheit und Jugendzeit hatten? Eher lose Kontakte, spannende Bekanntschaften oder ganz neue Leute, die man an allen möglichen Orten treffen konnte und von denen man gar nicht so viel wusste – die aber viel besser verstanden, wenn es Stress in der Schule gab oder Streit mit den Eltern?
Heute sind Kinder und Jugendliche tagtäglich in digitalen Räumen unterwegs. Sie chatten und spielen, posten und vernetzen sich. Dabei entstehen wertvolle Erfahrungen und wichtige Beziehungen. Es können darunter auch Begegnungen mit Fremden sein, die gefährlich für Kinder werden können. Unter dem Begriff Cybergrooming versteht man, dass Erwachsene online gezielt Kontakte zu Minderjährigen aufnehmen, um ihr Vertrauen zu gewinnen um diese sexuell auszunutzen oder zu missbrauchen. Das geschieht oft gezielt und daher schleichend: freundlich, verständnisvoll, scheinbar auf Augenhöhe. Was wie Freundschaft beginnt, kann schnell in unangenehme oder gefährliche Situationen kippen – das zeigt auch der TV-Spot von SCHAU HIN! zum Thema Cybergrooming. Lassen sich Kinder und Jugendliche auf die Täter ein und versenden freizügige Fotos oder intime Informationen, werden sie zu weiteren Nacktaufnahmen, Videochats oder realen Treffen gezwungen.
In Deutschland ist deshalb bereits die Kontaktaufnahme von Erwachsenen mit entsprechender Absicht strafbar – auch ohne Austausch sexueller Inhalte und sogar dann, wenn Täter nur glauben, mit einem Kind zu schreiben, sich eigentlich aber ein Erwachsener dahinter verbirgt. Ebenso wichtig ist jedoch, dass Kinder und Jugendliche gar nicht erst in diese gefährlichen Situationen geraten. Als Eltern können Sie dafür wichtige Grundlagen schaffen:
Richten Sie gemeinsam die Profile Ihres Kindes auf Plattformen so privat und sicher wie möglich ein und achten Sie auf Mindestalterangaben in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Anbieter. Die Seite www.medien-kindersicher.de unterstützt bei den Einstellungen in den einzelnen Social-Media-Apps. Legen Sie gemeinsam fest, welche Regeln gelten sollen, wenn es um Vernetzung und Kontaktaufnahmen geht. Ihr Kind ist am besten geschützt, wenn keine Fremden direkten Kontakt aufnehmen können. Zudem sollten auf keinen Fall persönliche Daten wie Name, Wohnort, Alter etc. weitergegeben, intime Bilder verschickt oder Treffen mit Fremden vereinbart werden. Signalisieren Sie Ihrem Kind darüber hinaus, dass Sie immer ansprechbar sind, wenn es über neue Kontakte aber auch über negative Online-Erfahrungen und unangenehme Begegnungen reden möchte. Üben Sie gemeinsam, kritisch zu sein – ohne zu kontrollieren oder Angst zu machen. Sollten Sie einen Verdacht haben, sprechen Sie offen mit Ihrem Kind, sichern Sie Beweise (Screenshots) und wenden Sie sich an Beratungsstellen oder – wenn nötig – an die Polizei. Mehr Tipps finden Sie in unserem SCHAU HIN!-Cybergrooming-Artikel.
Das Internet kann für Kinder und Jugendliche herausfordernd sein, es ist aber auch ein Ort für wertvolle soziale Begegnungen und Teilhabe an der Gesellschaft. Heranwachsende brauchen deshalb ein sicheres Fundament, Orientierung und Begleitung. Wenn wir ihnen zeigen, wie sie sich sicher in digitalen Räumen bewegen können, stärken wir sie für eine digitale Welt, in der sie sicher und souverän unterwegs sind.